Istituto Italiano di Cultura
VERNISSAGE
Samstag, 18. Juli, 19 Uhr
AUSSTELLUNGSDAUER
18. Juli – 29. Oktober 2026
ÖFFNUNGSZEITEN
20. Juli – 24. Juli: täglich von 10 – 18 Uhr
Ab 24. September: donnerstags 10 – 18 Uhr bzw. nach telefonischer Vereinbarung: 0711-162810
© Fausto Meli
Fausto Meli
InVisibilia
„InVisibilia“, die jüngste und komplexe fotografische Arbeit von Fausto Meli, bietet eine bemerkenswerte Gelegenheit zur introspektiven Erforschung. Als Werk von Scharfsinn und Poesie ist „InVisibilia“ eine Arbeit, bei der die Realität auf völlig konfliktfreie Weise mit dem Unerwarteten, dem Unvorhergesehenen, mit dem Einbruch eines sanft störenden Elements dialogisiert, das die Realität aufbricht und sie für neue Territorien öffnet. So erscheint plötzlich in schwebenden Landschaften, in stiller Natur oder in historischen Räumen die stille, doch kraftvolle Präsenz eines kleinen Origami, das von Meli selbst geschaffen wurde und unerwartete Verbindungen auf die Bühne ruft und die scheinbare Kohärenz umkehrt. Diese Origamis, die aus dem Shintoismus stammen, in dem jedes Element der Natur eine sakrale Bedeutung hat, stechen durch das natürliche, weiche Weiß der traditionellen japanischen Washi-Papiere hervor.
Obwohl verschiedene Origami-Formen manchmal in verschiedenen Bildern wiederkehren (man findet Origamis in Form von Schmetterlingen, Booten, Flugzeugen, Engeln, Raketen, Teleskopen, Sternen, Blumen, Bäumen…), trägt jedes seine eigene Mikrogeschichte, voller Anspielungen, die mögliche Welten andeuten. So entsteht ein Zustand des Staunens (Meli liebt sehr das Thema der Wunderkammern), aber auch der Unsicherheit, des Zweifels, ein Nachdenken über die vielfältigen Varianten, die selbst der vertrauteste und beruhigendste Kontext bieten kann.
Und im filigranen Geflecht der Bilder, durch diskrete, spielerische, befremdliche und skurrile Werke, verweben sich aktuelle problematische Knotenpunkte: die Klimakatastrophe und das Unbehagen angesichts eines immer stärker vom Kollaps bedrohten Umweltsystems, die zum Nachdenken und zur Reflexion über die Krisenzustände der Realität anregen.
Melis Antwort darauf ist eine Vision, die an die Pataphysik grenzt, verstanden als Wissenschaft der imaginären Lösungen. Und das ist zugleich die Chance, den verborgensten Teilen unseres Seins zu begegnen.
(Aus dem Italienischen von Susanna Gualazzini und Gigliola Foschi)
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